
Fünf Jahre Osnabrücker Babylotsen – Einsatz auch künftig gesichert
Osnabrück. Ein doppelter Grund zum Feiern: Seit fünf Jahren beraten drei Babylotsinnen in den beiden Osnabrücker Geburtskliniken (Marienhospital, Klinikum) zu allen Fragen rund um Baby und Elternschaft – vor der Geburt ebenso wie danach. Jetzt steht fest: Das Angebot kann dank einer außergewöhnlichen Kooperation für weitere fünf Jahre bis Ende 2030 fortgeführt werden. Vier benachbarte Jugendämter aus zwei Bundesländern, zwei Geburtskliniken und zwei konfessionelle Jugendhilfeträger stellen die Finanzierung zusammen sicher und machen es möglich.
Gemeinsamer Einsatz für die Fortführung
„Für die vielen Unterschriften unter dem neuen Kooperationsvertrag braucht es eine eigene Seite“, sagte Ines Kolmorgen vom Fachdienst Jugend des Landkreises Osnabrück mit einem Lächeln. „Nur dank der vielen Geldgeber kann es weitergehen“, ergänzte ihr Jugendamtskollege Wolfgang Ruthemeier von der Stadt Osnabrück: „Wir sind alle von der Wirksamkeit dieses Angebotes der Frühen Hilfen überzeugt und freuen uns, dass die Babylotsinnen ihre wichtige, präventive Arbeit fortsetzen können.“
Unterstützung direkt nach der Geburt
Die Babylotsinnen klären in den Geburtskliniken in einem vertraulichen Gespräch, was Schwangere, Mütter und ihre Familien in ihrer neuen Lebenssituation benötigen und wo sie Unterstützung bekommen können. Die Fachkräfte informieren über passende Angebote vor Ort und in der Region und sind als Ansprechpartnerinnen unabhängig vom medizinischen und pflegerischen Krankenhaus-Setting verfügbar. Die Beratung zu diesem sensiblen Zeitpunkt, auch nach der Geburt zu Hause, ist freiwillig und kostenlos.
Zwei Kliniken, zwei Träger – ein gemeinsames Ziel
Im Marienhospital Osnabrück wird das Angebot in Kooperation vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Osnabrück Stadt und Landkreis e.V., am Klinikum Osnabrück von der Diakonie Osnabrück Stadt und Land gGmbH durchgeführt.
Wertvoller Beitrag an der Schnittstelle Gesundheit und Hilfe
Die Arbeit der Babylotsen wird neben den beteiligten Trägern und Kliniken intensiv durch die vier beteiligten Jugendämter von Stadt und Landkreis Osnabrück, dem Kreis Steinfurt und der Stadt Ibbenbüren begleitet. Die Auswertung der Daten zeigt, dass die Geburtenzahlen in Osnabrück auch aufgrund der Schließung verschiedener Geburtsstationen im Umland steigen. Das Babylotsen-Angebot ist ein wertvoller Baustein zwischen Prävention und Kinderschutz an der Schnittstelle zwischen Gesundheitswesen und Frühen Hilfen.
Hoffnung auf langfristige Finanzierung
Die Kooperationspartner hoffen, dass langfristig eine Finanzierung über die Krankenkassen erfolgt, um das Angebot dauerhaft abzusichern. Und die Hoffnung ist begründet: Das Thema „Regelfinanzierung der Lotsendienste unter Einbeziehung des Gesundheitssystems“ war im vergangenen Jahr bereits Thema bei der Gesundheitsministerkonferenz der Länder in Travemünde.
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